Kommission für den Berner Umwelt-Forschungspreis |

Der Hauptpreis geht an Herrn PD Dr. Sven Bacher, Oberassistent und Gruppenleiter in der Abteilung Synökologie des Zoologischen Instituts der Universität Bern.
Sven Bacher,
für seine Habilitationsschrift "Alternatives to the chemical control of weeds and pests in Europe". Die wissenschaftlich hervorragende, in theoretischer und praktischer Hinsicht innovative Arbeit trägt zum besseren Verständnis der Interaktionen zwischen sogenannten Schädlingen und Nützlingen bei. Sie widerlegt die vorherrschende Auffassung, in der biologischen Schädlingskontrolle seien Erfolge nur mit lebensraumfremden Gegenspielern zu erzielen. Die Arbeit zeigt erfolgversprechende Wege auf, chemische Mittel der Schädlingsbekämpfung durch biologische Massnahmen zu ersetzen, und will so dazu beitragen, die Belastung von Mensch und Natur durch Umweltchemikalien zu verringern. Der Autor überzeugt durch die souveräne Verbindung verschiedenster Methoden und durch das Gespür für praktische Bedürfnisse und Probleme, das er in der Zusammenarbeit mit der Praxis – Landwirten, landwirtschaftlichen Schulen und der
Stadtgärtnerei – bewiesen hat.
Biographie
Sven Bacher wurde am 25. Juni 1965 in Walsrode (Deutschland) geboren. Er legte 1984 das Abitur in der Holstenschule Neumünster (D) ab. Von 1984 bis 1985 absolvierte er seinen Zivildienst als Rettungssanitäter des Malteser Hilfsdienstes. Von 1986 bis 1993 studierte er an der Universität Kiel Biologie. Während seiner Diplomarbeit war er am International Institute of Biological Control in Delémont tätig, wo er ein Projekt zur biologischen Unkrautbekämpfung in Kanada betreute. Von 1993 bis 1996 arbeitete er an seiner Dissertation bei Prof. Dr. Silvia Dorn in der Abteilung für Angewandte Pflanzenwissenschaften an der ETH Zürich. Danach trat er eine Assistenzstelle bei Prof. Dr. Wolfgang Nentwig im Zoologischen Institut der Universität Bern an. Hier habilitierte er sich im Mai 2003 mit seiner Arbeit "Alternatives to the chemical control of weeds and pests in Europe". Seit Mai 2003 ist Sven Bacher als Oberassistent und Gruppenleiter
in der Abteilung Synökologie des Zoologischen Instituts der Universität Bern tätig.
Je ein Anerkennungspreis geht an Frau Sandra Begré, Vikarin der Evangelisch-Reformierten Kirche, Bern, und an Frau Katrin Nussbaumer, lic. iur., Bern.
Sandra Begré,
für ihre Akzessarbeit "Herrschaftsobjekt oder Mitgeschöpf? Tierethik im Problembereich von Nutztierhaltung und Fleischproduktion im Horizont alttestamentlicher Texte". Die Arbeit schlägt einen weiten fachlichen und problemorientierten Bogen – von der sorgfältigen Exegese einschlägiger alttestamentlicher Texte bis zu einem Zentralproblem der Tierethik. Es gelingt ihr in vorzüglicher Weise, biblisch-theologische Orientierungen und ethische Urteilsbildung in hermeneutisch reflektierter Weise aufeinander zu beziehen und auf aktuelle rechtspolitische und ökologische Fragestellungen bis hin zu konkreten Lösungsvorschlägen anzuwenden.
Biographie
Sandra Begré wurde am 20. August 1976 geboren. Sie verbrachte Kindheit und Schulzeit bis zur Matura Typus B in Thun. 1996 begann sie das Studium der Theologie an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bern (heute CETheol). Als Interessenschwerpunkte kritallisierten sich bald einmal die Fächer Altes Testament und vor allem Ethik heraus, in denen sie von 2000 bis 2002 eine Hilfsassistenzstelle bei Prof. Dr. Wolfgang Lienemann besetzte. Bei ihm reichte sie 2002 ihre Akzessarbeit ein. In dieser konnte sie ihre Freude an historisch-kritischer Exegese und ihr Interesse an ethischen Fragen mit einem nicht unwesentlichen Bereich ihres Lebens neben dem Studium verknüpfen: der Tierhaltung. Seit Jahren hält sie selber Tiere, insbesondere Esel. Sandra Begrés Studium war von Teilzeit-Erwebstätigkeit in verschiedenen sozialen Bereichen begleitet und unterbrochen. Sie hat ihr Studium im Mai dieses Jahres abgeschlossen und im November 2003
das Vikariat in der Kirchgemeinde Bümpliz begonnen, um ihre Ausbildung mit dem Pfarramtsabschluss zu beenden.
Katrin Nussbaumer,
für ihre Lizentiatsarbeit "Durchsetzungsmechanismen im Umweltvölkerrecht – Wahl und Ausgestaltung im Hinblick auf unterschiedliche Vertragsziele". Die Arbeit liefert einen wertvollen Beitrag zu einem noch jungen, sich rasch entwickelnden Rechtsgebiet. Die sorgfältige Untersuchung gelangt zum Schluss, dass die institutionelle Erfüllungskontrolle der für das moderne Umweltvölkerrecht am besten geeignete Durchsetzungsmechanismus ist. Die Arbeit zeichnet sich durch fundierte Kenntnisse des einschlägigen Rechtsgebiets und der internationalen Sachverhalte sowie durch eine klare und überzeugende Argumentation aus.
Biographie:
Katrin Nussbaumer wurde am 9. März 1977 in Dornach geboren. Ihre Schulzeit in Arisdorf und Liestal schloss sie 1996 mit der Matura Typus B am Gymnasium Liestal ab. Nach einem Sprach- und Arbeitsaufenthalt in Paris, studierte sie ein Semester Architektur an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). 1998 nahm sie an der Universität Bern das Studium der Rechtswissenschaft und der Allgemeinen Ökologie auf, welches sie im Frühjahr 2003 abschloss. Im Herbst 2002 reichte Katrin Nussbaumer ihre Lizentiatsarbeit im Umweltvölkerrecht bei Frau Dr. Katharina Kummer Peiry am Institut für Europa- und Wirtschaftsvölkerrecht der Universität Bern ein. Nach Ende ihres Studiums absolvierte sie ein Praktikum beim Rechtsdienst des Eidg. Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Zur Zeit arbeitet sie als wissenschaftliche Praktikantin bei der Kommission für Rechtsfragen des National- und Ständerates.