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Kommission für den Berner Umwelt-Forschungspreis

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Berner Umwelt-Forschungspreis 2003

Ein Hauptpreis und zwei Anerkennungspreise

Am Dies academicus der Universität Bern wurde der Berner Umwelt-Forschungspreis 2003 verliehen: der Biologe Sven Bacher konnte den Hauptpreis in Empfang nehmen. Diese Auszeichnung erhielt er für seine Habilitationsschrift, die neue Wege in der biologischen Kontrolle von Unkräutern und Schädlingen vorschlägt.

Bereits zum vierten Mal konnte der dieses Jahr mit Fr. 15'000.-- dotierte Berner Umwelt-Forschungspreis vergeben werden. Der Rektor überreichte den Hauptpreis Sven Bacher für dessen Habilitationsschrift Alternatives to the chemical control of weeds and pests in Europe. Auch zwei Abschlussarbeiten von Studierenden wurden ausgezeichnet: Je einen Anerkennungspreis in der Höhe von Fr. 1'000.-- erhielten Sandra Begré und Katrin Nussbaumer.

Der Hauptpreis

bacherSven Bacher wurde am 25. Juni 1965 in Walsrode (Deutschland) geboren. Er legte 1984 das Abitur in der Holstenschule Neumünster (D) ab. Von 1984 bis 1985 absolvierte er seinen Zivildienst als Rettungssanitäter des Malteser Hilfsdienstes. 1986 bis 1993 studierte er an der Universität Kiel Biologie. Während seiner Diplomarbeit war er am International Institute of Biological Control in Delémont tätig, wo er ein Projekt zur biologischen Unkrautbekämpfung in Kanada betreute. Von 1993 bis 1996 arbeitete er an seiner Dissertation bei Prof. Dr. Silvia Dorn in der Abteilung für Angewandte Pflanzenwissenschaften an der ETH Zürich. Danach trat er eine Assistenzstelle bei Prof. Dr. Wolfgang Nentwig im Zoologischen Institut der Universität Bern an. Hier habilitierte er sich im Mai 2003 mit seiner Arbeit "Alternatives to the chemical control of weeds and pests in Europe". Seit Mai 2003 ist Sven Bacher als Oberassistent und Gruppenleiter in der Abteilung Synökologie des Zoologischen Instituts der Universität Bern tätig.

In seiner Arbeit untersucht Sven Bacher Alternativen zur herkömmlichen chemischen Schädlingsbekämpfung. Die gewonnenen Erkenntnisse eröffnen innovative und praxistaugliche Möglichkeiten der biologischen Kontrolle von Unkräutern und Schädlingen. Die Forschungsarbeiten leisten einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Umweltbelastung durch Chemikalien und zu einem nachhaltigen Umgang mit schädlichen Organismen.

 

Die Anerkennungspreise

Je ein Anerkennungspreis geht an

  • Frau Sandra Begré, lic. phil. theol., Vikarin der Evangelisch-Reformierten Kirche, Bern, für ihre Arbeit: Herrschaftsobjekt oder Mitgeschöpf? Tierethik im Problembereich von Nutztierhaltung und Fleischproduktion im Horizont alttestamentlicher Texte.
  • Frau Katrin Nussbaumer, lic. iur., Bern, für ihre Arbeit: Durchsetzungsmechanismen im Umweltvölkerrecht – Wahl und Ausgestaltung im Hinblick auf unterschiedliche Vertragsziele.

begreSandra Begré wurde am 20. August 1976 geboren. Sie verbrachte Kindheit und Schulzeit bis zur Matura Typus B in Thun. 1996 begann sie das Studium der Theologie an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Bern (heute CETheol). Als Interessenschwerpunkte kritallisierten sich bald einmal die Fächer Altes Testament und vor allem Ethik heraus, in denen sie von 2000 bis 2002 eine Hilfsassistenzstelle bei Prof. Dr. Wolfgang Lienemann besetzte. Bei ihm reichte sie 2002 ihre Akzessarbeit ein. In dieser konnte sie ihre Freude an historisch-kritischer Exegese und ihr Interesse an ethischen Fragen insbesondere im Zusammenhang mit der Tierhaltung verknüpfen. Sandra Begré hat ihr Studium im Mai dieses Jahres abgeschlossen und im November 2003 das Vikariat in der Kirchgemeinde Bümpliz begonnen, um ihre Ausbildung mit dem Pfarramtsabschluss zu beenden.

Fragen der Nutztierhaltung und der Fleischproduktion sind zentrale und aktuelle Probleme in der Tierethik. Diese problematischen Bereiche beleuchtet die Autorin vor dem Hintergrund entsprechender Bibeltexte aus dem Alten Testament und von ethischen Fragestellungen. Hier wird eine Brücke zwischen dem Verständnis biblischer Texte und Traditionen und unserer heutigen ethischen Urteilsbildung geschlagen. Dabei werden aktuelle rechtliche und ökologische Fragen diskutiert und konkrete politische und ethische Alternativen zur herrschenden Situation in der Fleischproduktion und Nutztierhaltung vorgeschlagen.

 

nussbaumerKatrin Nussbaumer wurde am 9. März 1977 in Dornach geboren. Ihre Schulzeit in Arisdorf und Liestal schloss sie 1996 mit der Matura Typus B am Gymnasium Liestal ab. Nach einem Sprach- und Arbeitsaufenthalt in Paris, studierte sie ein Semester Architektur an der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL). 1998 nahm sie an der Universität Bern das Studium der Rechtswissenschaft und der Allgemeinen Ökologie auf, welches sie im Frühjahr 2003 abschloss. Im Herbst 2002 reichte Katrin Nussbaumer ihre Lizentiatsarbeit im Umweltvölkerrecht bei Frau Dr. Katharina Kummer Peiry am Institut für Europa- und Wirtschaftsvölkerrecht der Universität Bern ein. Nach Ende ihres Studiums absolvierte sie ein Praktikum beim Rechtsdienst des Eidg. Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Zur Zeit arbeitet sie als wissenschaftliche Praktikantin bei der Kommission für Rechtsfragen des National- und Ständerates.

Wie lässt sich das moderne Umweltvölkerrecht durchsetzen? Mit dieser Frage setzt sich die Autorin differenziert auseinander. Im noch jungen, sich rasch entwickelnden Gebiet des Umweltvölkerrechts wurden in den letzen Jahrzehnten über 100 multilaterale Verträge zu verschiedensten Aspekten des Umgangs mit natürlichen Ressourcen verabschiedet. U.a. am Beispiel des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz (1997) werden die Effizienz und Tragfähigkeit der verschiedenen Durchsetzungsmechanismen untersucht. Die Untersuchung gelangt zum Schluss, dass die institutionelle Erfüllungskontrolle, die regelmässige Berichterstattungen über den Stand der Erfüllung des Abkommens vorschreibt, der für das moderne Umweltvölkerrecht am besten geeignete Durchsetzungsmechanismus ist.

 

Beiträge zur Umweltforschung

Die Arbeiten von Sven Bacher, Sandra Begré und Katrin Nussbaumer sind je für sich herausragende wissenschaftliche Leistungen aus verschiedenen Disziplinen – Biologie, Theologie und Rechtswissenschaft. Zusammen genommen zeigen sie in komplementärer und eindrücklicher Weise das Spektrum möglicher Beiträge auf, die alle Disziplinen zum besseren Verständnis und zur Lösung von Umweltproblemen leisten können.

Am 22. Januar 2004 ab 18:15h stellen die PreisträgerInnen im Hauptgebäude der Universität ihre Forschungsarbeiten vor. Die Veranstaltung ist öffentlich.

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