Kommission für den Berner Umwelt-Forschungspreis |

Die Kommission für den Berner Umweltforschungspreis vergibt den Hauptpreis 2007 ex aequo an Herrn Dr. Thomas Breu, Koordinator des Nationalen Forschungsschwerpunkts NFS Nord-Süd und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for Development and Environment (CDE) des Geographischen Instituts der Universität Bern, sowie an Herrn Dr. Michael Schaub, Leiter des Fachbereichs Populationsdynamik an der Vogelwarte Sempach und Oberassistent in der Abteilung Conservation Biology des Zoologischen Instituts der Universität Bern
Thomas Breu beschäftigt sich in seiner Arbeit mit der ökologischen, ökonomischen und gesellschaftliche Situation im tadschikischen Pamirgebirge in Zentralasien. Es handelt sich dabei um eine der ärmsten Gebirgsregionen der Welt, die u.a. durch eine Besorgnis erregende Boden-Degradation bedroht ist. Thomas Breu führt unterschiedliche Wissenselemente zusammen, die die heutige Situation vor dem geschichtlichen Hintergrund verstehbar machen (jahrzehntelange Einflussnahme und plötzlicher Rückzug der Sowjetunion). Durch den Einbezug wichtiger regionaler Akteure in die Forschung (Multi-Stakeholder-Ansatz) gelingt es dem Autor, gesellschaftliche und natürliche Ressourcen aufzuzeigen, die positive Ausblicke auf die künftige Entwicklung im Pamir eröffnen.
Thomas Breu wurde am 23. September 1962 in Belp (BE) geboren. Nach seiner Erstausbildung arbeitete er drei Jahre als Primarlehrer. Von 1986 bis 1994 studierte er an der Universität Bern Geographie und Volkswirtschaftslehre. In Kontakt mit Fragen der nachhaltigen Berggebietsentwicklung kam Thomas Breu durch das UNESCO Programm Man and Biosphere (MAB) “Impacts of Human Activities on Mountain Ecosystems“, welches von den Professoren Bruno Messerli und Paul Messerli am Geographischen Institut geleitet wurde. Innerhalb dieses Programms und unter Leitung von Prof. Dr. Paul Messerli und Prof. Dr. Urs Wiesmann schrieb er seine Lizentiatsarbeit über die Bedeutung der Bauwirtschaft für die Entwicklung von Grindelwald. Vor und nach seinem Studienabschluss arbeitete Thomas Breu bei der Schweizerischen Rektorenkonferenz (CRUS) und später als Projektleiter für Geographische Informationssysteme beim Kanton Luzern. Von 1997 bis 2001 war er Chief Technical Adviser der Mekong River Commission für ein Vierländerprogramm im Bereich Natürliche Ressourcen in Südostasien. Seit seiner Rückkehr in die Schweiz arbeitet Thomas Breu als Leiter verschiedener Entwicklungsprojekte beim Zentrum für Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Entwicklungspolitik in Südostasien und Zentralasien sowie als Berater für Berggebietsentwicklung der DEZA. Parallel zu diesen Tätigkeiten erarbeitete Thomas Breu unter Leitung von Prof. Dr. Hans Hurni seine in den NFS Nord-Süd eingebettete Dissertation über den Tadschikischen Pamir und die Rolle von Wissen für nachhaltige Ressourcennutzung. Nach seiner Dissertation übernahm Thomas Breu 2006 die Koordination des Nationalen Forschungsschwerpunktes Nord-Süd.
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