Kommission für den Berner Umwelt-Forschungspreis |

Prof. Dr. phil. Tobias Haller

Tobias Haller kam am 28. Februar 1965 in Rothrist (AG) zur Welt. Nachdem er in Zofingen (AG) die neusprachliche Matura gemacht hatte, reiste er während mehrerer Monate per Anhalter und mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Nord- und Westafrika. Ab 1986 studierte er an der Universität Zürich Ethnologie, Geographie und Soziologie.
Anfangs der 1990er-Jahre forschte er während eines Jahres bei zwei kleinbäuerlichen Gruppen im Norden Kameruns. Deren präkoloniale Anpassungsstrategien an ihre Umwelt standen im Zentrum seiner Lizentiatsarbeit. Den Bogen in die Gegenwart fortspannend zeigte er 2001 in seiner Dissertation auf, wie und mit welchen Konsequenzen sich jene einst erfolgreichen Strategien unter dem Einfluss der Marktwirtschaft wandeln und warum die untersuchten Gruppen heute zunehmend mit Umwelt- und Ernährungsproblemen konfrontiert sind.
Nach dem Studienabschluss war Tobias Haller als Assistent und Oberassistent am ethnologischen Seminar der Universität Zürich tätig. In dieser Zeit leitete er ein Forschungsprojekt, das anhand von Fallstudien aus Erdölfördergebieten zeigt, mit welchen Mitteln sich betroffene lokale Bevölkerungen gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes zur Wehr setzen und wie Erdölkonzerne diesem Widerstand begegnen.
Der Forschung, für die er mit dem Berner Umwelt-Forschungspreis 2011/12 ausgezeichnet wird, widmet sich Tobias Haller seit 2001. Die Daten für diese gross angelegte, vergleichende Studie wurden in Mali, Kamerun, Tansania, Sambia und Botswana gewonnen. Er selber war dafür mehr als 12 Monate in Sambia tätig. Tobias Haller habilitierte sich 2007 an der Universität Zürich. Seit 2009 unterrichtet er als Assistenzprofessor am Institut für Sozialanthropologie der Universität Bern und leitet dort den Schwerpunkt ökologische Anthropologie.
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