Berner Umwelt-Forschungspreis

2015

Preisvergabe

Anlässlich des 181. Dies academicus 2015 im Kultur-Casino-Bern wurden die beiden Preisträger des diesjährigen Berner Umwelt-Forschungspreises für ihre Arbeiten geehrt.

Berner Umweltforschungspreis
Die beiden Preisträger 2015/16: Pierrick Buri (Hauptpreis) und Bettina Scharrer (Annerkennungspreis). Photo: Manu Friederich

Hauptpreis

Der Hauptpreis geht an Herrn Dr. Pierrick Buri, für seine wissenschaftliche Publikation “Promoting Pollinating Insects in Intensive Agricultural Matrices: Field-Scale Experimental Manipulation of Hay-Meadow Mowing Regimes and Its Effects on Bees”. Extensiv genutzte Wiesen zählen zu den artenreichsten Habitaten in der Schweiz und in Europa. Wegen der anhaltenden Intensivierung landwirtschaftlicher Praktiken sind sie in den vergangen Jahrzehnten stark unter Druck gekommen. Um den negativen Folgen der Intensivierung der Landwirtschaft entgegen zu wirken, wurden in der Schweiz und Europa verschiedene landwirtschaftliche Maßnahmen eingeführt. Leider ist die Wirkung dieser Maßnahmen für die Biodiversität oft unzureichend. Pierrick Buri hat in seiner Arbeit untersucht, wie solche Massnahmen, insbesondere das extensive Bewirtschaften von Wiesen, hinsichtlich des Nutzens für die Wildbienen effektiver gemacht werden kann. Dabei hat er verschiedene Mähregimes getestet und deren Auswirkungen auf die Wildbienendiversität verglichen. Den grössten Nutzen für die Wildbienen haben Wiesen, bei denen bei der ersten Mahd ein Teil der Wiese als Rückzugsgebiet stehen gelassen wird. Derartig genutzte Wiesen liefern den Wildbienen lebenswichtige Ressourcen und zwar zu einem Zeitpunkt wo diese Quellen andernorts weitgehend fehlen. Die Resultate der Arbeit von Pierrick Buri können von der Agrarpolitik direkt aufgenommen werden und liefern einen wichtigen Beitrag zur Optimierung des Nutzens der landwirtschaftlichen Umweltmaßnahmen für die Biodiversität.

Anerkennungspreis

Der Anerkennungspreis geht an Frau Bettina Scharrer für Ihre Lizentiatsarbeit „‘Dem Sempachersee kommt die Gülle hoch‘ - Das Spannungsfeld zwischen intensiver Tierhaltung und Gewässerschutz im Kanton Luzern 1976-2003“. Bettina Scharrer untersucht in ihrer Lizentiatsarbeit das Problem des ‚Seensterbens‘ im Luzerner Mittelland, welches insbesondere durch übermässige Phosphoreinträge in Gewässern durch landwirtschaftliche Überdüngung aufgrund intensiver Tierhaltung verursacht worden war, sowie Lösungsansätze zur Seesanierung am Beispiel des Sempacher-, Baldegger- und Hallwilersee. Bettina Scharrer zeigt auf, welche gesellschaftlichen und landwirtschaftlichen Entwicklungen, Akteure, Interessen und Politikbereiche an der Entstehung dieses Umweltproblems beteiligt waren und ermöglicht einen differenzierten Einblick in die Vielfalt der Faktoren, die zur Entstehung des Umweltproblems beitrugen. Die Lizentiatsarbeit mit ihrem durchdachten Aufbau und zurückhaltenden, ausgewogenen Bewertungen einer emotional aufgeladenen Thematik, trägt mit ihren Resultaten zum besseren Verständnis eines immer noch aktuellen und teilweise ungelösten Umweltproblems bei.

 

Die Universität Bern dankt der CSL Behring AG und Energie Wasser Bern, die mit ihren Beiträgen die Ausrichtung des Preises 2015/16 ermöglichen.

Nominationen 2015/16

Hier finden Sie eine Liste der eingereichten Arbeiten der Preisrunde 2015/16: