Berner Umwelt-Forschungspreis

Von Nacktschnecken und Regenwald

Am 22. März 2018 stellten die Preisträgerinnen des Berner Umwelt-Forschungspreises 2017/18, Dr. Miriam Zemanova und Rahel Jud, ihre prämierten Arbeiten öffentlich vor. Mit dem Preis werden alle zwei Jahre Nachwuchs-forschende der Universität Bern für herausragende Beiträge im Bereich Umweltwissenschaften und Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die aktuelle Verleihung wurde von der Universität Bern gemeinsam mit den Co-Sponsoren CSL Behring AG und Energie Wasser Bern ausgerichtet.

Hauptpreis: Dr. Miriam Zemanova

In ihrer PhD-Arbeit «Combining genetics, ecology and modelling to understand the invasion of Arion slugs» hat die Preisträgerin aufgezeigt, wie sich mit Genetik, Ökologie und Modellierung die Verbreitung der Nacktschnecke Arion vulgaris als invasive Spezies erkennen lässt. Zudem hat Frau Zemanova nachgewiesen, wie letztere die einheimischen Schneckenarten wie Arion rufus aufgrund ihres schnelleren Wachstums und früherer Vermehrung verdrängt. Sehr wertvoll ist ihre Arbeit nicht zuletzt, weil sie dargelegt hat, wie die Hybridisierung der invasiven Art mit endemischen Schneckenarten zu neuen und bisher unbekannten Interaktionen mit dem Ökosystem führen kann. Die Arbeit von Frau Zemanova ist entscheidend, um die Invasion der Arion-Nacktschnecken zu verstehen, aber auch generell wegweisend für die Untersuchung von invasiven Arten. Mit ihrem integrativen Lösungsansatz hat sie das Wissen über Invasionsbiologie signifikant vorangetrieben.

Anerkennungspreis: Rahel Jud

Die Masterarbeit «A paper tiger running loose. Side effects of the REDD+ policy in the province of Jambi, Indonesia» von Frau Jud besticht durch die Originalität der Fragestellung und der gewonnenen Erkenntnisse. Sie zeigt: Die zur Bekämpfung der Klimaerwärmung gehandelten CO2 Emmissionsrechte, die der Finanzierung eines dauerhaften Schutzes von Wäldern dienen (REDD+), können signifikante negative Nebenwirkungen auf die lokale Bevölkerung ausserhalb der definierten Schutzzonen haben – indem sie die Landknappheit verstärken und indirekt zu weiterem Verschwinden von Waldzonen führen.