Preisrunde 2025

Die Gewinner des Berner Umwelt-Forschungspreises 2025/26

Hauptpreis: Dr. Gabi Sonderegger

für ihre transdisziplinäre Zusammenarbeit und den Einsatz innovativer Visualisierungsmethoden im Rahmen ihrer Dissertation, in der sie Ansätze zur Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsstandards entwickelt hat. Im Zentrum ihrer Forschung stehen sogenannte Spillover-Effekte, durch die sich lokale Landnutzungen weit über ihre geografischen Grenzen hinaus auf eine nachhaltige Entwicklung auswirken. Ihre Dissertation liefert die erste systematische Analyse, inwiefern bestehende Nachhaltigkeitsstandards solche Effekte berücksichtigen. Die Auswertung der 100 bedeutendsten Standards zeigt, dass ökologische Spillovers deutlich stärker reguliert werden als soziale. Zudem erweisen sich privatwirtschaftliche Standards diesbezüglich als umfassender als staatliche. Diese Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Steuerung global vernetzter Landnutzungssysteme, die durch Informations-, Finanz- und Warenflüsse geprägt sind.

Hauptpreis: Dr. Jonas Joël Schmid

Jonas Schmid befasst sich in seiner Dissertation mit der Frage wie Föderalismus die Energiewende formt – eine Frage, die für die Schweiz im Allgemeinen und für die Windenergie im Besonderen bisher unbeantwortet blieb. Als erste umfassende und vergleichende Studie zu allen, d.h. über 60 Windenergieprojekten in der Schweiz (1998-2021) liefert die Studie Grundlagen zum Planungs- und Bewilligungsverfahren von Windenergieanlagen. Jonas Schmid fokussiert dabei auf die Rolle der Gemeindeautonomie in den kantonal sehr unterschiedlichen Verfahren. Er erklärt, weshalb Windenergieprojekte derart umkämpft sind, und zeigt konkrete Möglichkeiten zur Verbesserung ebendieser Verfahren auf. Neben diesem praktischen Beitrag an die Politik zur Energiewende überzeugt seine Arbeit insbesondere auch theoretisch: Sein theoretisches Framework zur Evaluation der Effektivität von administrativen Entscheidungen ist so gestaltet, dass es auf Fragen in allen Politikfeldern Anwendung finden könnte, und leistet damit einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag für die Evaluationsforschung im Politikvollzug.

Nominationen

Es freut uns, dass wir für die diesjährige Preisrunde 8 hervorragende Arbeiten zur Beurteilung erhalten haben.
Wir danken allen Nominierenden und Nominierten für ihr Engagement.

 

Nominationen für den Berner Umwelt-Forschungspreis 2025
 Name Titel
Bigler, Patrick; Radulescu, Doina

Environmental, Redistributive and Revenue Effects of Policies Pro-moting Fuel Efficient and Electric Vehicles

Jaiteh, Vanessa

Salt: A tribute to Ghana’s fishers

Janzen, Benedikt

When Weather Wounds Workers: The Impact of Temperature on Workplace Accidents

Schmid, Jonas

De-centralization and Wind Energy Permitting: An Evaluation of Implementation Effectiveness in Switzerland and Europe

Sonderegger, Gabi

Governing agricultural land use in an interconnected world:Opportunities and challenges for Voluntary Sustainability Standards

Suter, Manuel; Essl, Andrea

The benefits of less: The effect of sufficiency gain framing on sufficiency behavior

von Brescius, Moritz

Revisiting the Charduar Plantation: Local Connections, Imperial Portfolios, and the Global Pathways of Assam Rubber

Zbinden, Eveline

Europäischer Hochwasser-Atlas des 14. Jahrhunderts - Räumlich-zeitlich differenzierte Analyse der Hochwasser basierend auf einer interdisziplinären Analyse ausgehend von historischen Quellen

Ausschreibung des Berner Umwelt-Forschungspreises 2025/26

Mit dem Berner Umwelt-Forschungspreis wird die disziplinäre und interdisziplinäre Forschung im Bereich Umweltwissenschaften und Nachhaltigkeit an der Universität Bern gefördert. Die Höhe des Preises beträgt 2025 CHF 15'000.
Mit dem Preis sollen alle zwei Jahre Forschende für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet werden, die einen gesellschaftlich relevanten Beitrag oder Grundlagen zum besseren Verständnis von Umwelt- und Nachhaltigkeitsproblemen bzw. deren Lösung leisten.